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Experten sehen Potsdamer Stadtschloss-Figuren eher in Berlin

Experten sehen Potsdamer Stadtschloss-Figuren eher in Berlin

Acht original Attika-Figuren des früheren Potsdamer Stadtschlosses sollen nach einer Einschätzung des Landesdenkmalamtes Berlin an ihrem gegenwärtigen Standort auf dem Dach der Humboldt-Universität bleiben.

Potsdam - „Es ist kein Geheimnis, dass das Berliner Herz für einen Verbleib der Figuren in der Stadt schlägt“, sagte Petra Rohland vom Stadtentwicklungssenat am Montag auf dapd-Anfrage.

Endgültig geklärt sei die Frage des künftigen Standorts der Skulpturen jedoch noch nicht. Die Entscheidung soll Rohland zufolge Ende des Jahres auf Grundlage eines Gutachten erfolgen.

Mit dieser Expertise soll ein Konzept entwickelt werden, das neben Möglichkeiten der notwendigen Restaurierung der barocken Statuen auch die Standortfrage klären soll. Eigentümerin der Figuren ist Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG). Ihr Sprecher Ulrich Henze sagte, Sicherheit und der Erhalt der Figuren stünden im Vordergrund. Beraten lässt sich die Stiftung in der Frage von ihrem wissenschaftliche Beirat. Deren Mitglieder haben sich laut Beiratschef Cord Panning in ihrer jüngsten Sitzung darauf verständigt, die Figuren ebenso wie das Berliner Landesdenkmalamt „faktisch als Teil des Denkmals der Humboldt-Universität“ zu sehen.

Die Standortfrage der acht Attika-Figuren hat mit dem Neubau des Brandenburger Landtagsgebäude in der Fassade des Potsdamer Stadtschlosses an Aktualität gewonnen. Der Bauherr, das brandenburgische Finanzministerium, hat laut Schlösserstiftung die Rückgabe der Figuren bisher nicht verlangt. Dagegen wirbt der
Potsdamer Stadtschlossverein aktiv um Spenden, um die äußere Stadtschloss-Fassade mit 32 der ursprünglich 76 Attika-Figuren zu gestalten. Laut Vereinschef Michael Schöne könnte derzeit die Rekonstruktion von fünf Figuren durch Spenden finanziert werden. Drei weitere Figuren seien vorhanden, sodass bei Rückkehr der
Berliner Leihgaben bei Fertigstellung des Landtag-Schlosses im kommenden Jahr die Hälfte der Figuren präsentiert werden könnte.

Nach Schönes Informationen beabsichtige das Berliner Landesdenkmalamt jedoch, den Denkmalschutz der Humboldt-Universität so zu erweitern, dass die Figuren zum geschützten Gesamtensemble des Hochschulgebäudes zählen würden. „Wenn die Schlösserstiftung auf dieser Grundlage einem Verbleib der Figuren in Berlin zustimmt, würde das unsere Arbeit sabotieren“, sagte Schöne. Es sei interessierten Spendern schwer zu vermitteln, warum sie für Figuren spenden sollen, die noch vorhanden sind. Außerdem sei es seiner Ansicht nach Problem der Humboldt-Universität, sich um Kopien der Figuren zu bemühen, wenn dies eine Auflage des Denkmalschutzes sei.

PNN vom 07.05., Peter Könnicke

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