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Freude und Dankbarkeit über das nun mögliche originalgetreue Kupferdach

 

Freude und Dankbarkeit über das nun mögliche originalgetreue Kupferdach

Anläufe, einen Kupferdach-Spender für das neue Landtagsgebäude in Potsdam zu finden, gab es viele. Allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Mehrere potenzielle Spender sagten ab. Die einfache, kostengünstige Titanzink-Variante für den Bau schien unausweichlich.

Anfangs soll auch Hasso Plattner, der Softwaremillionär und SAP-Gründer, skeptisch gewesen sein. Schließlich hatte er erst vor vier Jahren 20 Millionen Euro gespendet, um die Fassade des Baus in historischer Form zu ermöglichen. Eine vertrauliche Runde vor einigen Wochen brachte nicht den erhofften Durchbruch. Den gab es erst beim zweiten Treffen vor Kurzem. Eng involviert war, wie schon bei der ersten Spende, Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der einen besonders engen Draht zu Plattner hat und ihm gestern „von ganzem Herzen“ dankte, dass dieser seine Überlegung in die Tat umgesetzt und sich „einmal mehr als engagierter Potsdamer“ gezeigt habe. Eingebunden in die Gespräche waren aber auch Vertreter der Staatskanzlei und des für den Bau zuständigen Finanzministeriums.

Am Mittwoch hatte die MAZ exklusiv über die neuerlichen Spendenpläne des Mäzens berichtet. Gestern nun kam dafür das offizielle grüne Licht – aus China, wo Plattner derzeit unterwegs ist. Heute wird in Nanjing eine Außenstelle des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) eröffnet, die dritte nach Kapstadt und Haifa. Plattner bestätigte seine Absicht und ließ über einen Sprecher mitteilen, dass er seinen bisherigen Spendenbetrag nochmals aufstocken werde, „damit das Stadtschloss sein ursprünglich geplantes Kupferdach erhalten kann“. Über die Höhe machte er keine Angaben. Die Kosten für ein Kupferdach würden nach Berechnungen der bauausführenden BAM zusätzlich rund 1,6 Millionen Euro betragen.

Bislang sollte das Landtagsgebäude in Gestalt des früheren Stadtschlosses aus Kostengründen lediglich ein Zinkdach bekommen. Darüber gab es monatelangen Streit, vor allem mit den Befürwortern eines möglichst originalgetreuen Wiederaufbaus, die auf ein hochwertigeres Kupferdach drängten. Das Land war grundsätzlich nicht dagegen, lehnte aber weitere öffentliche Gelder für den rund 120 Millionen Euro teuren Bau ab.

Plattners gestriges Spenden-Okay löste in Potsdam Begeisterung, aber auch Erleichterung aus. Finanzminister Helmut Markov (Linke), der als Bauherr zuletzt immer wieder zwischen die Streit-Fronten geriet, sagte der MAZ: „Wir freuen uns alle riesig und ziehen den Hut über so viel Engagement.“ Jetzt werde es Umplanungen geben, kündigte Markov an. Über mögliche Zeitverzögerungen für den gesamten Bau wollte er nicht spekulieren.

Auch Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD), der im Herbst 2013 mit den Abgeordneten in das Haus einziehen will, freute sich über die Spende. „Das ist gut für das gesamte Erscheinungsbild des Alten Markts“, sagte Fritsch der MAZ. Auch sei nun ein weiterer Streitpunkt abgeräumt. „Ich hoffe, es bleibt alles im Zeitplan“, fügte er an.

Ins Schwärmen geriet auch Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD): „Der Landtag bekommt damit seine Krone aufgesetzt, und die neue Potsdamer Mitte erstrahlt in einem noch schöneren Glanze.“

MAZ vom 17.11.2011, von Igor Göldner

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