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Investorin für Palais Barberini als Hotel

 

Investorin für Palais Barberini als Hotel

Gertrud Schmack, Inhaberin des Bayrischen Hauses, will Palast am Alten Markt wiedererrichten

Mitteschön-Protagonistin Barbara Kuster dachte, es käme „ein Jubelschrei“ vonseiten des Potsdamer Oberbürgermeisters –
doch seit zwei Wochen ist nichts zu hören. Vor „maximal zwei Wochen“, bestätigte gestern Wolfgang Hadlich vom Büro des Oberbürgermeisters, schrieb die Inhaberin des Fünf- Sterne-Hotel „Bayrischer Hof“ an Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) einen Brief, in dem sie dem Verwaltungschef anbot, das 1771 errichtete und 1945 zerstörte Palais Barberini am Alten Markt originalgetreu wiederzuerrichten und als Hotel zu nutzen. Gertrud Schmack ist bereits als engagierte Mäzenin zugunsten der Wiedergewinnung der Potsdamer Mitte bekannt: Dem Förderverein Mitteschön versprach sie eine 100 000-Euro- Spende für die Rekonstruktion des Potsdamer Stadtschlosses. Als Gertrud Schmack nach Potsdam kam, habe sie „nicht verstanden, dass am Stadtschloss gar kein Interesse besteht", erklärte sie damals. Und weiter: Das habe sich verändert. Ihr Wunsch sei es, dass in Potsdams Mitte wenigstens „das Gefühl eines Schlosses wieder da ist", begründete sie ihre Spendenbereitschaft.

Zu der Frage, warum eine Reaktion seitens der Stadt bislang ausblieb, hat Barbara Kuster eine Vorahnung: Sie befürchtet, dass Potsdam das Areal zwischen dem Alten Markt und der Alten Fahrt – vis-à-vis des bis 2012 als Landtaggebäude wiedererrichteten Stadtschlosses – „von vorne bis hinten an einen Investor verkaufen will“. Gegenwärtig bereit die Stadtverwaltung eine europaweite Ausschreibung des Uferstreifens vor; der entsprechende Bebauungsplan ist in Arbeit. Es sei im politischen Raum noch „umstritten“, ob das Grundstück „en Block oder im Einzelnen verkauft wird“. Diese „Rahmengesichtspunkte“ müssten noch geklärt werden, sagte Hadlich. Auf jeden Fall jedoch werde Gertrud Schmack eine Antwort von Jakobs erhalten.

Eine Bemerkung der Potsdamer Baubeigeordneten Elke von Kuick-Frenz (SPD) auf einer Bürgerversammlung im Dezember 2008 könnte ebenso ein Hinweis darauf sein, warum ein „Jubelschrei“ der Stadt bislang ausblieb: „Man muss sehen, ob der Grundriss des Palais Barberini noch heutigen Ansprüchen genügt …“ Die Beigeordnete sprach zudem von einem Hotelgutachten für die Innenstadt, aus dem hervorgehe, das am Alten Markt nur ein kleineres Hotel wirtschaftlich sei. Ob dieses Gutachten die 210 Zimmer des Mercure-Hochhauses berücksichtigte, ist indes unklar, moniert Barbara Kuster. Aus städtebaulichen Gründen gilt das Hochhaus, 1969 als DDR-Interhotel errichtet, in der Potsdamer Lokalpolitik als Abriss-Kandidat. Ob sich das Palais Barberini als Hotel trägt, könne die Stadt Potsdam Barbara Kuster zufolge „getrost der wirtschaftlichen Eigenverantwortung von Frau Schmack überlassen“.

PNN vom 11.02.2009, von Guido Berg

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