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Landtags-Architekt Kulka: „Sollbruchstellen“ für Tordurchfahrten

 

Landtags-Architekt Kulka: „Sollbruchstellen“ für Tordurchfahrten

Es gibt gute Chancen für ein Kupferdach auf dem Potsdamer Landtagsschloss – allerdings sind dafür Spenden nötig

Zahlreiche interessante Aussagen gestern Abend bei der Bürgerversammlung zum Landtagsneubau im Schaufenster des Fachhochschulgebäudes in der Potsdamer Mitte: Peter Kulka, Architekt des neuen Landtags mit Knobelsdorff-Fassade, bestätigte erstmals öffentlich, dass seine Entwürfe eine spätere seitliche Öffnung des Gebäudes zur Wiederherstellung der im alten Stadtschloss vorhandenen und nun nicht eingeplanten seitlichen Toreinfahrten ermöglichen. „Es gibt Sollbruchstellen“, erklärte Kulka, „da könnte man die Durchbrüche machen“. Oder mit anderen Worten: „In der Nähe der ehemaligen Kutschdurchfahrten wüsste ich zwei Stellen, die geöffnet werden könnten“, erklärte Kulka. Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) wies darauf hin, dass es für die Wiederherstellung der Durchfahrten Mehrheiten im Landtag geben müsse. Entgegen der Forderung der Bürgerinitiative Mitteschön ist die historische Wegebeziehung aufgrund des hohen Raumbedarfs beim neuen Landtag nicht berücksichtigt worden.

Ferner deutet sich an, dass das Pendel durchaus zugunsten der Verwendung eines Kupfer- statt eines Zinkdachs ausschlagen könnte. Zwar erklärte der technische Leiter des Baukonsortiums BAM, Thomas Weber, dass derzeit noch Angebote gesichtet würden, um die Mehrkosten für das teurere Kupfer zu ermitteln. Der Vorsitzende des Stadtschlossvereins, Michael Schöne, erklärte den PNN jedoch, dass die Mehrkosten für das gewünschte Kupferdach den bisherigen Angeboten zufolge etwa 400 000 Euro betragen werden. Der Stadtschlossverein hatte angeboten, diese Mehrkosten aus Spenden zusammenzutragen. Die BAM und Architekt Kulka hatten in ihrem Angebot an das Land zunächst das preiswertere Zinkdach angeboten. Ein Zinkdach hält Schöne zufolge etwa 30, ein Kupferdach dagegen etwa 80 Jahre lang. Eine Summe von 400 000 Euro bezeichnete Schöne als „leistbar“. BAM-Chef Weber sagte im Plenum, wenn die Entscheidung zugunsten von Kupfer in den nächsten sechs bis acht Wochen fällt, müsse „auch das Spendenaufkommen da sein“. Architekt Kulka erklärte, dass das alte Stadtschloss ein Kupferdach besaß, ein Zinkdach aber auch eine vernünftige Lösung wäre. Auf Schönes Frage hin informierte Kulka, dass eine Entscheidung über das Dachmaterial in späteren Jahren auch reversibel wäre, wenn auch sehr viel teurer.

Auf eine entsprechende Frage des Potsdamer Architekten Bernd Redlich versicherte Kulka, dass die Ringerkolonnaden – sollten sie einmal zurückkehren – natürlich nicht an einer Fensterachse des Landtagsschlosses auftreffen werde sondern wie früher, auf einem Pfeiler. Kulka: „Wir haben noch keinen Auftrag, die Stadt muss sich entscheiden.“ Die Frage der Rückkehr der Ringerkolonnaden, ebenso wie die nach den Größen der Fenster, brachte Kulka dazu, öffentlich zu machen, was von den PNN berichtet, aber bislang offiziell immer bestritten worden ist: Sein Büro habe, sagte Kulka, „die historischen Fensterbreiten übertragen auf das leicht gekürzte Gebäude“. Die „leichte Stauchung des Gebäudes“ sei wegen der Tramtrasse erfolgt; es werde aber „auf 100 Meter keiner sehen“, so Kulka. PNN vom 21.06.2011

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