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Neubau des Landtages Brandenburg - Siegerentwurf vorgestellt

Der Neubau des Landtages Brandenburg auf dem Alten Markt soll
unter weitestgehender Annäherung an das historische Vorbild des ehemaligen
Potsdamer Stadtschlosses realisiert werden. Der Auftrag für Planung, Bau, Betrieb
und Finanzierung des neuen Landtags soll an ein Konsortium um den Baukonzern
BAM mit dem Architekten Prof. Peter Kulka vergeben werden. Dieses
Konsortium hatte sich im Vergabeverfahren durchgesetzt und den überzeugendsten
und zugleich wirtschaftlichsten Gesamtentwurf für den spektakulären Bau in
der historischen Mitte der Landeshauptstadt vorgelegt. Die Gesamtbaukosten
belaufen sich auf 119,6 Mio. Euro. Diese Ergebnisse des Vergabeverfahrens teilte
Finanzminister Rainer Speer heute auf einer Pressekonferenz in Potsdam mit.
Speer unterstrich, dass der Siegerentwurf „vollständig die Anforderungen der
Landtagsbeschlüsse von 2005 und 2008 erfüllt. Er tut dies hinsichtlich der Annäherung
an das historische Vorbild des Stadtschlosses sogar in einem Ausmaß,
dass vor einiger Zeit noch von vielen für unmöglich gehalten worden war.“ Speer
bezeichnete die vorgelegte Lösung als „einen großen Wurf für die Potsdamer
Mitte.“
Repräsentativer Bau mit historischen Fassaden
Der neue Landtag wird in den äußeren Um- und Aufrissen des ehemaligen Stadtschlosses
errichtet werden. Der repräsentative Bau wird insgesamt über eine
Nutzfläche einschließlich der Tiefgarage von rund 19.000 qm verfügen. Die prächtigen
äußeren Fassaden des Stadtschlosses werden wiedererstehen. Diese Fassaden
werden material- und werkgerecht nach dem historischen Vorbild wieder
aufgebaut. Vorhandene Originalteile des ehemaligen Schlosses werden dabei
einbezogen. Speer dankte in diesem Zusammenhang herzlich Prof. Dr. Hasso
Plattner, der mit seiner Spende von 20 Mio. Euro einen entscheidenden Beitrag
zur Realisierung der historischen Fassaden geleistet habe: „Diese großzügige
Spende hat vieles möglich gemacht, was andernfalls nicht umsetzbar gewesen
wäre. Gut, wenn man Freunde wie Hasso Plattner hat, die ebenso ins Gelingen
von schwierigen Projekten wie in die großartige Stadt Potsdam verliebt sind.
Brandenburg hat zu danken!“ Sowohl an den Außenseiten als auch auf der Innen-
hofseite wird die Attika konstruktiv für die Aufstellung des vorhandenen bzw. nach
historischem Vorbild anzufertigenden Figurenschmucks vorgerüstet. Die Wiederherstellung
des Figurenschmucks soll durch Spenden ermöglicht werden.
Vom Fortunaportal über den Innenhof zum Knobelsdorff-Treppenhaus
Der Zugang zum neuen Landtag erfolgt durch das Fortunaportal in den Innenhof,
der als allgemein betretbares „Bürgerforum“ gestaltet sein wird. Besucher, Abgeordnete
und Mitarbeiter betreten den Landtag durch das Knobelsdorff-
Treppenhaus im Südflügel. Im Innenhof wird ein weiteres Merkmal des Entwurfs
sichtbar: Dem Architekten ist es gelungen, auch die Innenhoffassaden so weit wie
möglich dem historischen Vorbild anzunähern. Die Abweichungen sind dabei aus
funktionalen Gründen im Innenhofbereich größer als bei den Außenfassaden des
Gebäudes. Um das Raumprogramm des Landtages wie gefordert unterbringen zu
können, musste der Baukörper angepasst werden.
Das „Bürgerforum“: Großer Innenhof weitgehend frei von Bebauung
Trotzdem muss der Innenhof weitaus geringer in Anspruch genommen werden,
als dies lange Zeit befürchtet worden war. Die Innenhoffläche des Potsdamer
Stadtschlosses betrug 6.325 qm, der Hof des neuen Landtages Brandenburg wird
4.913 qm groß sein. Damit bleibt der von repräsentativen, ebenfalls dem historischen
Vorbild angenäherten Fassaden umgebene Innenhof weitgehend frei von
Bebauung.
Im Inneren erfüllt der Bau alle Anforderungen an einen modernen und funktionalen
Parlamentsbetrieb. Der Plenarsaal befindet sich in der „Beletage“ im 1. Obergeschoss,
dem zentralen Ort des Gebäudes. Im 4. Obergeschoss des Südflügels
wird sich das Landtagsrestaurant befinden, das auch für die Öffentlichkeit zugänglich
ist. Es wird in Richtung des Innenhofes über eine Dachterrasse verfügen, von
der aus ein spektakulärer Blick über das Panorama von Altem Markt, Innenhof,
Nikolaikirche und Altem Rathaus möglich ist. Die Büroräume des Gebäudes befinden
sich überwiegend in den Seitenflügeln, den nördlichen Kopfbauten und den
Flügelbauten links und rechts des Fortunaportals. Der Landtag wird über 371 Büro-
und 21 Beratungsräume verfügen.

Potsdam, 21. August 2009
Pressestelle des Ministeriums der Finanzen

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