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Reaktionen auf die Plattner-Kunsthalle

Montag, 16.04.2012

Reaktionen auf die Plattner-Kunsthalle

Der Potsdamer Volker Schlöndorff, Regisseur und Oscar-Preisträger: Die erste Nacht in Potsdam, gleich im Sommer 1990, verbrachte ich im Inter Hotel, heute Mercure. Es war auch die Schrecklichste. Dieser Betonzahn mitten in die alte Stadt getrieben war das deutliche Zeichen einer kulturfeindlichen, geschichtsfeindlichen Haltung. Wer wird ihn der Stadt nun endlich ziehen? Hasso Plattners großzügige Spende einer zukunftsorientierten Kunsthalle wäre genau die "Gold-Brücke", die alle versöhnen könnte.


Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat sich erfreut über die Pläne des Software-Milliardärs Hasso Plattner für eine Kunsthalle in Potsdam gezeigt. Dies sei nicht nur eine große Ehre für die Stadt Potsdam, sondern für das ganze Land Brandenburg, sagte er am Freitag. Das Bedürfnis nach einem Ort für moderne Kunst und zeitgenössische Künstler sei zweifellos vorhanden, betonte er. „Die Kunsthalle wird das kulturelle Leben der Landeshauptstadt nachhaltig bereichern.“


Günther Jauch: Das ist eine großartige Nachricht. Und wenn es dann noch gelänge, neben dem Bau einer Kunsthalle gleichzeitig auch den Schandfleck Mercure-Hotel zu beseitigen, wäre das doppelt schön. Hasso Plattner ist für Potsdam wirklich "ein chronischer Glücksfall"!


Hans-Joachim Sander, in Potsdam lebender Kunstsammler und Investor, der mit seiner Eherfrau, der Erbin des Wella-Konzerns Gisa Sander, zeitgenössische Kunst sammelt und diese in Darmstadt, dem Sitz der Firma Wella, in einem Museum zeigt, erfuhr am Freitag bei einem Geschäftsessen in Hongkong durch einen Anruf der PNN von den Plattner-Plänen: "Das ist im höchsten, im allerhöchsten Maße erfreulich für die Stadt und für die Region. Ich begrüße es im höchsten Maße, dass die Stadt Potsdam ein so bedeutsames, bemerkenswertes und großzügiges Geschenk von Hasso Plattner bekommt. Das kann man nur begrüßen und unterstützen. Der Standort ist ideal."



Kai Diekmann, in Potsdam lebender Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, selbst Sammler und Förderer moderner Kunst (Fan von Jonathan Meese), erfuhr in Los Angeles ebenfalls durch einen Anruf der PNN von den Hasso Plattners Kunsthallen-Plänen in Potsdam: "Das ist eine großartige Nachricht für Potsdam. Das ist bürgerliches Engagement at its best, ich bin einfach nur begeistert. Etwas besseres kann doch Potsdam gar nicht passieren: Potsdam bekommt neben dem Friedrich-Tourismus einen ganz anderen Reiz, das hebt die Stadt auf ein neues Niveau. Ein ganz besonderer Glücksfall ist natürlich der Standort."


Mike Schubert, Potsdamer SPD-Partei- und Fraktionschef: Mit seiner Ankündigung beschert Hasso Plattner Potsdam ein weiteres Mal einen großen Glücksmoment. Die Stadt ist ihm zu tiefem Dank verpflichtet. Der Standort direkt im Herzen der Stadt wird zu einer weiteren Belebung des Areals um den Alten Markt beitragen. Für das Gebäude der Weissen Flotte muss im Hafen schnell eine Lösung gefunden werden. Die SPD wird Oberbürgermeister Jann Jakobs bei seinen Bemühungen unterstützen, die Kunsthalle am Standort des Mercure-Hotels anzusiedeln.


Niklas Schemmel (15), Schüler aus Potsdam: Ich kann mir vorstellen, dass es viele Leute gibt, die sich über eine Kunsthalle freuen würden. Andererseits läuft das Hotel wegen seiner zentralen Lage bestimmt gut, aber ich finde es einfach nicht schön. Es passt überhaupt nicht ins Umfeld.


Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos). „Solch eine Chance gibt es für Städte sehr selten. Ich bin überrascht und gespannt, was Potsdam daraus macht.“ Die Stadt sei gut beraten, wenn es dazu keine langen Debatten, kein Hin und Her, gäbe. Es gebe ja bislang ein großes Einvernehmen. „Das ist in Potsdam schon eine Besonderheit.“


Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Schlösserstiftung: Ich finde die Idee sehr schön. Eine Kunsthalle wäre eine deutliche Bereicherung für Potsdam, weil die neue historische Mitte damit ein modernes Gegengewicht bekommt. Ich bin sehr gespannt auf die Sammlung, die wohl noch kaum jemand gesehen hat. Plattner soll ja vor allem Kunst des 19. Jahrhunderts sammeln.


Eva Meier (29), Geophysikerin aus Potsdam: Hasso Plattner ist mir zwar kein Begriff, aber eine Kunsthalle fände ich wirklich gut, vor allem wenn sie geschenkt ist. Denn leider wird Kunst zu wenig gefördert, es gibt kaum Gelder für Kultur. Das Hotel Mercure sieht furchtbar aus, ist jetzt alt genug. Zwar ist es zentral gelegen, sodass auch häufig Gäste von uns dort übernachten, aber dennoch sollte es meiner Meinung nach weg.


n Halem, hat das Angebot des Mäzens Hasso Plattner, Potsdam eine Kunsthalle zu finanzieren, als großzügig und großartig bezeichnet und sich für den derzeitigen Hotel-Standort gegenüber dem entstehenden Stadtschloss ausgesprochen. „Potsdam fehlt ein großer Ausstellungsort für moderne Kunst. Diese Lücke könnte dank Hasso Plattner geschlossen werden. Eine Kunsthalle gegenüber dem Stadtschlossgebäude würde die alte Mitte Potsdams zusätzlich beleben. Von dieser Öffentlichkeit könnte auch der Landtag profitieren.“


Begeisterung herrscht auch in der Kunstszene: Tobias Wellemeyer, Intendant des Hans Otto Theaters, sagte den PNN: „Potsdam hat traditionell ein sehnsuchtsvolles Verhältnis zu Kunst und Philosophie. Die Idee einer Kunsthalle ist großartig und wird die moderne Ausstrahlung der Stadt noch erweitern.“


Yvonne Domack (50), Buchhalterin aus Caputh: Die Idee einer Kunsthalle ist toll, der Abriss des Mercure-Hotels steht nun schon lange zur Debatte. Allerdings würde auch dieser Abriss Geld kosten, was wohl die Stadt tragen müsste. Zudem sind die Leute hier genug mit dem Stadtschloss beschäftig, werden damit vielleicht überfordert. Ich denke, die Städte haben momentan auch genug andere Probleme.


„Absolut glücklich über diese wunderbare Entwicklung“ zeigte sich Saskia Hüneke, Fraktionschefin der Bündnisgrünen im Stadtparlament. „Wir haben schon immer dafür plädiert, dass Potsdam eine Kunsthalle braucht“, sagte sie.


Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg freute sich zwar über Plattners Offerte, lehnt aber einen Abriss des Mercure-Hotels ab. „Plattners Angebot ist eine Chance für die Stadt, ich finde es ganz toll. Doch man soll das Angebot nicht mit dem Hotel Mercure verbinden“, sagte Scharfenberg.


CDU-Kreischefin Katherina Reiche sagte den PNN, sie sei „begeistert, dass sich Hasso Plattner so unglaublich und beständig“ in Potsdam engagiere: „Das ist eine weitere großartige Gabe eines äußerst großzügigen Mäzens“, so Reiche.


Linda Teuteberg, Potsdamer FDP-Landtagsabgeordnete: "Über das großzügige Angebot von Hasso Plattner freue ich mich sehr. Sein nachhaltiges Engagement für unsere Landeshauptstadt und ihre historische Mitte ist ein gutes Beispiel dafür, dass privatwirtschaftlicher Erfolg und Gemeinwohlorientierung sehr gut zusammenpassen. Entgegen mancher Unkenrufe linker Ideologen profitieren auch Potsdam und Brandenburg enorm von solch bürgerschaftlichem Engagement."


Scharfe Kritik übte Hannes Püschel (Die Andere): Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) habe „sonnkönigähnlich“ entschieden, mit dem Mercure-Hotel ein „bauliches Wahrzeichen“ der Stadt zu beseitigen. Wenn Plattner für die Stadt etwas tun wolle, solle er das Haus Dietz kaufen und dort Kunst ausstellen. Auch in den neuen Ortsteilen würde sich eine Kunsthalle gut machen, so Püschel: Dort gebe es nämlich weder Schlösser noch Kunsthallen.


Wolfhard Kirsch, Fraktionsvize des Bürgerbündnisses, lobte Plattner für die „wunderschöne Idee“ einer Kunsthalle. Es sei „herrlich, wie dieser Mann mit der Stadt umgehe. Potsdam könne Plattner für sein Engagement „jeden Tag auf Knien danken“.


Johannes Baron von der Osten-Sacken, Chef der FDP-Fraktion, nannte es ein „großes Glück“, dass Potsdam einen solchen Gönner habe. Die Idee Plattners, eine Kunsthalle zu bauen, sei „super“. Zugleich ergebe sich für die Innenstadt die „tolle Lösung“, dass für die Halle das Mercure-Hotel abgerissen werde.


Marlies Leiendorf (70), Rentnerin aus Potsdam: Von dieser Initiative Plattners erfahre ich erst jetzt. Aber da Potsdam noch keine Kunsthalle hat, finde ich die Idee gut. Das Mercure-Hotel muss meiner Meinung nach sowieso weg - es ist nicht mehr zeitgemäß, passt einfach nicht in das Ensemble der neuen Mitte. Ich kenne das Hotel noch von früher und denke, dass es genug Hotels in Potsdam gibt.


Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bekräftigte, dass Plattners Angebot für eine Potsdamer Kunsthalle „mit herausragenden Zeugnissen der Kunst“ eine einmalige Chance für die Landeshauptstadt sei. Aus dem Rathaus hieß es, bis zum Sommer sollten die Einzelheiten geklärt sein, damit 2013 mit den Bauarbeiten begonnen werden könne.


Hubert Müller (48), Bademeister aus Hannover: Ich weiß noch gar nichts von dem Angebot Hasso Plattners, der Stadt Potsdam eine Kunsthalle zu schenken. Aber warum nicht? Wenn er sie wirklich schenkt, ist das immer gut. Da das Mercure Hotel alte Bausubstanz darstellt, kann es ruhig weg.

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