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Sächsische Sandsteinwerke stellen Arbeit an der Fassade des Landtagsneubaus in Potsdam ein

Freitag, 02.11.2012

Sächsische Sandsteinwerke stellen Arbeit an der Fassade des Landtagsneubaus in Potsdam ein

Die Fertigstellung des neuen Potsdamer Landtags könnte sich weiter verzögern. Die Sächsischen Sandsteinwerke aus Pirna, die zu den wichtigsten beteiligten Bauunternehmen gehören, haben gestern beim Amtsgericht Dresden Insolvenz angemeldet. Bereits seit Dienstag ruhen die Arbeiten an der Fassade des Stadtschlosses.

Grund für die Pleite, die rund 100 Beschäftigte betrifft, sind laut Rechtsanwalt Helgi Heumann offene Forderungen aus dem Potsdamer Stadtschlossprojekt in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Heumann, der für die Sandsteinwerke spricht, richtet schwere Vorwürfe gegen die vom Brandenburger Finanzministerium mit dem Bau beauftragte BAM Deutschland AG. „Bisher wurden Leistungen im Wert von 11,4 Millionen Euro erbracht, aber von der BAM nur zum Teil bezahlt“, sagte Heumann. Letzte Verhandlungen seien am Dienstag gescheitert. Die ausstehenden 1,9 Millionen Euro hätten bei der Firma dann kurzfristig zu einem „großen Liquiditätsengpass“ geführt.

Bei der BAM Deutschland war sowohl im Potsdamer Projektbüro als auch in Berlin und am Hauptsitz in Stuttgart keine Stellungnahme zu bekommen. Wegen des Feiertages in Süddeutschland sei die Geschäftsführung nicht zu erreichen, hieß es. Im Potsdamer Finanzministerium sagte Sprecher Thomas Vieweg, es gehe nicht um Forderungen gegenüber dem Land Brandenburg. Allein die BAM Deutschland AG sei für die Bezahlung von Subunternehmen verantwortlich. Für den Landtagsneubau, der sich ohnehin bis zum Mai 2014 verzögern dürfte, ist das ein neuer Rückschlag. Die Sandsteinwerke zeichnen bei dem mehr als 120 Millionen Euro teuren Stadtschloss für die durch eine Spende des Software-Milliardärs Hasso Plattner finanzierte historische Fassade verantwortlich. Rund 90 Prozent der Arbeiten sind bereits fertig.

Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Ingo Senftleben, sieht nun „Ruf und Ausstrahlung“ des Projektes belastet. Der Sachverhalt müsse schnellstens geklärt werden. Für die Grünen forderte Fraktionschef Axel Vogel von Finanzminister Helmuth Markov (Linke) Klärung: Der Streit zwischen Finanzministerium und BAM um Finanzierungsfragen dürfe nicht auf dem Rücken beauftragter Handwerksfirmen ausgetragen werden.

MAZ vom 02.11.2012, von Klaus Stark

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