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Schon fünf Stadtschloss-Figuren sind voll finanziert

Der Verein Potsdamer Stadtschloss verzeichnet einen deutlichen Zuwachs privater Sponsoren. Mittlerweile sind fünf der historischen Figuren, die zum Schmuck der so genannten Attika des künftigen Gebäudes gehören, voll finanziert.

Das Votum der Experten-Jury für den Landtagsneubau, das Haus mit historischer Potsdamer Stadtschlossfassade errichten zu lassen, beflügelt offenbar die Spendenfreudigkeit privater Schlossfreunde. Der Verein Potsdamer Stadtschloss, der die Rekonstruktion des historischen Figurenschmucks auf der so genannten Attika des künftigen Gebäudes vorantreibt, verzeichnet einen deutlichen Zuwachs solcher privaten Sponsoren. "Nun melden sich bei uns auch diejenigen, die eine große Summe in die Hand nehmen", sagte Vereinsvorsitzender Michael Schöne. Ihm zufolge sind mittlerweile fünf Figuren voll finanziert. Neben der bereits fertiggestellten Minerva-Figur vom östlichen Portikus des Stadtschlosses, die demnächst im Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte (HBPG) besichtigt werden kann, betrifft dies auch eine weitere Trophäenfigur des Fortuna-Portals.

57.000-EURO-SPENDE

Den Privatsponsor dafür hat der Verein unlängst präsentiert. Der in Berlin lebende, gebürtige Potsdamer Hans-Jürgen Zippel einigte sich mit dem Verein über ein 57.000-Euro-Vorhaben. Denn diese Summe wird Zippel nun aufbringen, um die südöstliche Figur für das Galeriegeschoss des Fortuna-Portals wieder herrichten zu lassen. Die Kriegergestalt mit dem drachenverzierten Helm wurde 1945 durch die Kriegseinwirkungen stark beschädigt. Der Sponsor schenkt sich seine Tat nach eigenen Angaben selbst zum Geburtstag.

Der über 80-jährige Hans-Jürgen Zippel, der nur aus Altersgründen nicht mehr nach Potsdam zurückziehen möchte, traf seine Wahl auch aus Zeitgründen. "Die Figur stand gerade auf der aktuellen Vorhabenliste des Vereins. Vielleicht kommt die Sanierung daher so schnell voran, dass ich das Ergebnis noch miterleben kann", sagte Zippel Morgenpost Online. Der Senior hatte das Schloss als Kind noch selbst gesehen. Für Zippel stand seit Jahren fest, dass er sich finanziell für die Schlossrekonstruktion engagieren würde - sobald klar ist, dass die historische Gestalt zur verbindlichen Schablone wird. Die Entscheidung der Jury zum Jahresanfang machte den Weg für sein Traumvorhaben endlich frei.
Ebenso wie Zippels Wunschfigur mit dem Drachenhelm schlagen auch die anderen Figuren zumeist mit fünfstelligen Sanierungssummen zu Buche. Derzeit arbeitet der Verein an einer voraussichtlich vierteiligen, sukzessive erscheinenden Katalogreihe. Darin soll das verbleibende Gros der insgesamt 76 Attika-Figuren in ansprechender Weise für neue Sponsoring-Interessenten präsentiert werden. Zudem bereitet die Vereinsspitze eine Satzungsänderung vor. Sie soll sicherstellen, dass der Verein juristisch selbständig als Auftraggeber für die Figuren handeln kann - und als Dauerleihgeber der Kunstwerke an das Land, dem Bauherr des "Landtagsschlosses".

JUBILÄUM AM 25. MÄRZ

Am 25. März will der Verein anlässlich seines zehnjährigen Bestehens auch die übrigen vereinbarten, bislang aber noch nicht bekannten Sponsoring-Projekte präsentieren. Zum Geburtstag darf sich die Vereinsspitze indes auch über Zuwächse bei den Sponsoren, sondern auch bei der eigenen Mitgliederzahl freuen. "Viele Jahre lagen wir bei etwa 40 bis 50 Vereinsangehörigen, in der vergangenen Zeit sind wir auf rund einhundert Personen angewachsen", sagte Vereinschef Schöne. Er führt dies auf die 20-Millionen-Euro-Spende des Multimilliardärs Hasso Plattner für die historische Schlossfassade im Jahr 2007 zurück. Die nachfolgende Jury-Empfehlung habe ebenfalls weiteren Auftrieb gegeben.

Morgenpost vom 16. März 2009, von Sven Rosig

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