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STADTSCHLOSS: Kulka plant Türen aus Aluminium

 

STADTSCHLOSS: Kulka plant Türen aus Aluminium

Nachdem das Kupferdach und barocke Fenster gerettet sind, gibt’s jetzt Streit um die Türen

Die Originalität wandert beim Landtagsschloss offenbar vom Kopf zu den Füßen: Nachdem nun der Potsdamer Software-Milliardär Hasso Plattner seine einstige 20-Millionen-Euro-Spende für die originale Fassade um einen Betrag für das Kupferdach erweitert (siehe Titelseite) und tagelang ein Streit um die originalgetreuen, barocken Fenster schwelte, bilden nun die Türen ein frisch eröffnetes Konfliktfeld: Nach Auskunft der Stadt plant Schloss-Architekt Peter Kulka am Nordflügel links und rechts des Fortunaportals Türen mit modernen, hochglänzenden Aluminiumbeschlägen. Historisch hingen dort aber Holztüren in den Angeln, und die sollen es nicht nur nach dem Willen der Freunde des originalgetreuen Wiederaufbaus wieder werden, sondern auch nach den Vorgaben des städtischen Bebauungsplans für den Landtag. Der Plan war schon vor Plattners erster Spende für eine historische Fassade verabschiedet worden und sah schon damals eine originalgetreue Fassade der Nordseite zum Alten Markt hin vor, als noch gar nicht abzusehen war, dass dank der Millionen-Gabe rundum Barock möglich sein würde. Entsprechend groß war dem Vernehmen nach die Verwunderung im städtischen Bauaufsichtsamt, als Kulka nun Pläne mit Hochglanztüren zur Genehmigung einreichte. „Das ist so auf keinen Fall genehmigungsfähig“, sagte Baudezernent Matthias Klipp gestern.

Erst letzte Woche war bekannt geworden, dass das Finanzministerium als Bauherr und der ausführende Baukonzern Bam offenbar keine barocken Fenster einbauen lassen wollten, sondern nur solche, die sich diesen „annähern“. Der Stadtschlossverein und die Bürgerinitiative Mitteschön hatten daraufhin protestiert und an den Bebauungsplan erinnert, der zumindest für den Nordflügel die historischen Holzfenster verlangte. Nun erklärte das Finanzministerium, die Entscheidung für die Originale sei schon länger gefallen, es habe aber an der internen Kommunikation im Ministerium gemangelt.

MAZ vom 16.11.2011, von Jan Bosschaart

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