Potsdam war - das Stadtschloss

Die ganze Stadt ist undenkbar ohne dieses Gebäude. Es war Keimzelle, Ursprung des Aufstiegs Potsdam zu einem Ort auf der europäischen Landkarte. Noch anderthalb Jahrzehnte nach der Bombardierung am 14. April 1945 gab die imposante Ruine der Stadt Halt. Selbstverständlich sahen die ersten Pläne einen Wiederaufbau vor. 1959/60 wurde das Potsdamer Stadtschloss trotz internationaler Proteste auf Befehl des Ost-Berliner Politbüros gesprengt.

Der Verein Potsdamer Stadtschloss e.V . hat immer für einen originalgetreuen Wiederaufbau des bedeutendsten Profanbaus in Brandenburg geworben. Er stieß dabei in Potsdam zunächst auf entschiedene Ablehnung.  Ein erster und ganz entscheidender Erfolg war der Wiederaufbau des Hauptzuganges vom Alten Markt, dem Fortunaportal 2000-2002. Er wurde möglich durch die Großzügigkeit des Fernseh-Journalisten und Mäzens Günther Jauch. Das Fortunaportal wurde zu einer der handwerklich und intellektuell besten Rekonstruktionen eines zerstörten Gebäudes in Deutschland seit 1945.  Am 20.Mai 2005 beschloss der brandenburgische Landtag den Bau eines gemeinsamen Landtagsgebäudes für Berlin-Brandenburg an der Stelle des Potsdamer Stadtschlosses und machte die Auflage: in den „ in den Um- und Aufrissen des historischen Gebäudes“.

Ein originalgetreuer Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses war damit aber nach den Vorgaben der Politik und des Finanzministeriums keinesfalls gewollt. Bei der Bevölkerung hatte jedoch im Vorfeld der Entscheidung über die Form des Parlaments ein Umdenken eingesetzt. Pro-Stadtschloss-Demonstrationen mobilisierten 2007 bis zu 2000 Bürger auf dem Alten Markt. Mit einiger Wahrscheinlichkeit waren es diese offensiven bürgerschaftlichen Aktivitäten und ihr vernehmliches Echo in der Öffentlichkeit, die den Mitbegründer des SAP-Konzerns, Prof. Dr. Hasso Plattner bewogen, im Dezember 2007 über seine Stiftung eine Spende von 20 Millionen Euro zugunsten des Landes Brandenburg zu tätigen – damit waren sämtliche Mehrkosten für die historischen Fassaden gedeckt.

Nach einem symbolischen  ersten Spatenstich, (25.03.2010) und der  Grundsteinlegung begann  am 16.02.2011  der „Neubau des Landtages“ Brandenburg.  Erst das öffentliche Richtfest (24.11.2011) wurde mit über 10.000 Teilnehmern zu einem überwältigenden Publikumserfolg; die Teilnehmerzahlen wurden nochmals weit übertroffen von dem Tag der offenen Baustelle (12.05.2012).  Den Höhepunkt der Publikumszustimmung markierte der Tag der offenen Tür,  bei dem am 18. Und 19. Januar 2014 über 25.000 Menschen das Gebäude besichtigen wollten. Nach einem Staatsakt am 21. Januar 2014 nahm der Brandenburgische Landtag in der weitgehend rekonstruierten architektonischen Hülle des Potsdamer Stadtschlosses seine Arbeit auf.

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