Warum muss das sein?

Die 76 überlebensgroße Figuren sowie die im Wechsel dekorativen Vasen waren ein in sich geschlossenes Skulpturenprogramm, ein entscheidendes, ein sinnstiftendes Element. An der Grenze zwischen Himmel und Erde, auf der Attika, gruppierten sich diese Bildkunstwerke auch um das Staatswappen und bildeten so nicht nur eine Art Vermächtnis des Bauherrn, sondern verbildlichten einen  Appell zur „guten Regierung“: dort wo die Künste, die technischen und die schönen, blühen und die klassische Bildung gepflegt wird, sind die irdischen Verhältnisse geordnet, wohlhabend und friedlich. Einige der Skulpturen erreichten künstlerisch ein europäisches Spitzenniveau. Mit ihnen zeigte Friedrich der Große, dass auch Brandenburg im europäischen Wettstreit der Künste mithalten konnte.

Die Skulpturen auf der Attika lockerten in elegant-spielerischer Weise das an sich strenge, aber rhythmisierte Fassadensystem nach oben hin auf. Diese Götter- und Heldenfamilie setzte dem Potsdamer Stadtschloss die Krone auf. Diese Statuen von Johann Gottlieb Heymüller (1710 ? – 1763) und Leonhard Storch (gest. 1750) waren z. T. Spitzenwerke der Potsdamer Bildhauerkunst des 18. Jahrhunderts, die teilweise überregionale Ausstrahlung gewannen.

Von den Figuren sind 17 ganz erhalten, die meisten von ihnen können restauriert und wieder aufgestellt werden. Von weiteren 18 Figuren sind unterschiedlich große Teile gerettet worden. Einige davon können teilweise ergänzt werden und ebenfalls wieder auf der Attika ihren Platz einnehmen. Andere würden als Modellvorlagen für eine möglichst getreue Rekonstruktion dienen. Auch die vollkommen zerstörten Figuren können nach historischen Fotoaufnahmen rekonstruiert werden.

Zurück