Warum originale Skulpturen auf einem „nachgebauten“ Schloss?

Entgegen der Vorstellungen des Vereins Potsdamer Stadtschloss hat es beim Bau des Landtags nach dem Willen der Regierung zahlreiche Abweichungen vom Original gegeben. Nun meinen Kritiker, wenn schon Skulpturen dann reichen auch Kopien auf der Attika.

Wir meinen nein, denn

Die Fassaden sind eben nicht nur „Nachbauten“. Mit großem Aufwand und großer Sorgfalt sind eben zahlreichen Originalteile in die Fassaden integriert worden. Gerade das Vorhandensein dieser Originale war ein wesentlicher Grund, warum der Landtag in dieser Form gebaut wurde. So sind etwa die Fundamente des Hauptbaus, dem Corps de Logis aufwendig erhalten worden und durch ein „Fenster“ im Boden für das Publikum sichtbar.

Gerade dieses, die Integration von Alt und Neu war grundlegendes Konzept und macht den Bau so erfolgreich

Zu diesem Konzept gehört auch, dass die Spuren des Alters und des Krieges an den Originalteilen nicht beseitigt wurden. Man kann die Originalteile erkennen.

Genau dies ist auch das Konzept bei der Restaurierung der Skulpturen. Sie werden nicht „auf Hochglanz poliert“, sondern behutsam gesichert, gereinigt, ergänzt und gefestigt, so dass sie weiter von ihrer Geschichte erzählen können.

die ganze Debatte ums Potsdamer Stadtschloss ist in einer Breite und mit einer allgemeinen Wirkung geführt worden weswegen nicht nur denkmalpflegerische Einzelmeinungen ausschlaggebend sein können. Dieses Landtagsgebäude ist eben auch ein Dokument dafür, was Mäzene und eine breite Bürgerbeteiligung vermögen und bewegen können.

Wir fragen schließlich: was würde aus den verbliebenen Originalteilen des historischen Stadtschlosses werden? Wo sollen diese Kunstwerke denn hin? Ist denn die optimale Erhaltung, Restaurierung und Öffentlichmachung dieser historischen Kunstwerke seitens der SPSG oder allgemein der öffentlichen Hand garantiert? Sicherlich Nicht!

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