Kann man das Potsdamer Stadtschloß besichtigen?
Das Stadtschloß wird vom Brandenburgischen Landtag als Plenargebäude und als Büro- und Sitzungsgebäude genutzt. Im Inneren ist es modern gestaltet. Eine Besichtigung ist nur im Foyer möglich, darüber hinaus nur über den Bereich Öffentlichkeitsarbeit des Landtages.
landtag.brandenburg.de
Eine Führung rund um das Schloß mit der Wiederaufbaugeschichte können Sie gegen Spende bei uns vereinbaren.
Wann wurde das Potsdamer Stadtschloß erbaut?
Das Schloß wurde 1670 als Jagdschloß für den Großen Kurfürsten erbaut und 1747-50 von Friedrich dem Großen durch seinen Architekten Knobelsdorff mit einer neuen Fassade versehen und erweitert. 1960 wurde das Stadtschloß durch das DDR-Regime unter internationalem Protest vieler Fachleute gesprengt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gründete sich eine Bürgerinitiative erst zum Wiederaufbau des Fortunaportals (1999), die sich später in den Verein Potsdamer Stadtschloß umbenannte. Nach einer Volksabstimung und dem Beschluss des Brandenburgischen Landtages wurde der Neubau mit der Fassade Knobelsdorffs 2013 eröffnet.
Was hat der Wiederaufbau des Stadtschlosses gekostet?
Der Bau ist mit 138,5 Millionen Euro errichtet worden, davon entfallen auf private Spenden rund 20 Prozent der Bausumme, für einen öffentlichen Bau ein hoher Spendenanteil. Die Mehrkosten für die historische Fassade und die Aufwendungen für den Bauschmuck sind ausschließlich privat getragen worden. Das Fortunaportal wurde 1999 mit einer durch den TV-Moderator Günther Jauch ermöglichten Spende errichtet, bevor klar war, dass das Schloß überhaupt wiederersteht.
Wer sind die Spender, die das historische Äußere möglich machen?
Die Spender sind auf der Spendentafel an der Schloßwache des Fortunaportals am Alten Markt geehrt. Prominente Namen sind Hasso Plattner, Günther Jauch, Roth Cornelsen, Matthais Döpfner und Christian Thielemann aber die fast 30 Millionen Euro privater Spenden waren nur durch viele unbekanntere Liebhaber der Bildhauerkunst des Rokokos möglich.
Wie viele Figuren will denn der Verein Potsdamer Stadtschloß noch aufstellen?
Insgesamt ist etwa ein Drittel des historischen Figurenschmuckes geschaffen. Es sind Figuren restauriert, ergänzt und restauriert oder neugeschaffen worden. Am aufwändigsten war die Wiederherstellung der vergoldeten Fahnentreppe auf der Westseite, an der noch einige Gitter fehlen. Spenden sind willkommen.
Insgesamt werden 56 Attikafiguren 12 Trophäen, 4 Adlergruppen und 58 Schmuckvasen wieder komplettiert werden.
Wie viele Figuren kommen denn jährlich hinzu?
Durch private Spenden schafft der Verein meist 1-2 Figuren pro Jahr zu finanzieren. Die Figuren werden vom Stadtschloßverein unter Aufsicht eines künstlerischen Fachbeirates zusammen mit namhaften Bildhauern selbst in Sandstein hergestellt und dem Brandenburgischen Landtag geschenkt.
Weiß man, was die Figuren des Stadtschlosses für eine Bedeutung haben?
Ja, die Bedeutung der mythologischen Attikafiguren ist im Gesamtkatalog des Stadtschloßverein nachzulesen, der unter buchshop@stadtschloss-potsdam.de bestellbar ist. Friedrich der Große spielte mit den bekannten Geschichten der griechischen Mythologie, vorzugsweise in der Fassung des Dichters Ovid. Die anderen Balustradenfiguren am Alten Markt nehmen häufig den Duktus und die Bedeutung der Stadtschloßfiguren auf.
Warum ist der Hof des Stadtschlosses so kahl?
Bei Wiederaufbau hat der Architekt einen schlichten Hof mit einer Klinkerpflasterung und einfachen Grünflächen entworfen. Dem Architekten kam es darauf an, dass man sieht, dass es sich um einen im Inneren modernen Wiederaufbau handelt.
Was bedeuten die Blechskulpturen im Hof?
Die Mini-Sanssoucis sind ein Kunstwerk eines Kölner Künstlers, der das Werke „Zugabe“ genannt hat und damit den Wiederaufbau des Schlosses persiflieren wollte. Ob das gelungen ist muss jeder für sich beurteilen.
Was bedeutet die Inschrift „ceci n’est pas un chateau“ auf der Westseite?
Die goldene Inschrift stammt von einer Potsdamer Künstlerin und soll darauf hinweisen, dass das Stadtschloß eine Rekonstruktion ist. Sie nimmt Bezug auf einen Aussprich René Magrittes.
Was steckt hinter den goldenen Putten auf der Westseite?
Das ist die rekonstruierte Fahnentreppe, die zur Fahnenkammer Friederich des Großen führte und ein Puttenarchester darstellte. Die Figuren und das Geländer sind aus vergoldeter Bronze.